Ginkgo - Faszination und Herkunft
Ginkgo ist vermutlich die älteste Baumart der Welt. Forscher schätzen ihr Alter auf rund 300 Millionen Jahre. Es gab also bereits Ginkgo-Bäume als die Dinosaurier noch die Erde beherrschten. Vor der Eiszeit waren die Bäume auch in Europa heimisch. Die Gletscher verdrängten den Ginkgo, nur im wärmeren Ostasien konnte ein Art – Ginkgo biloba – überleben. Dort wurde er wegen seiner Langlebigkeit, Robustheit und Heilkraft verehrt und wurde gerne bei Tempeln gepflanzt.
Namensgebung:
Die Bezeichnung 'Ginkgo' umfasst die chinesischen Zeichen für 'Aprikose' und 'Silber'; in der Wissenschaft wird vermutet, dass dieses Wort in Anlehnung entstanden ist an die Samenanlagen des Ginkgo, der eine schimmernde Farbgebung aufweist. Die Namensgebung des Ginkgo in schriftlicher Form geht vermutlich bereits auf das ausgehende 16. Jahrhundert zurück. Nach Europa gelangte der Name des Ginkgo biloba durch den deutschen Arzt Engelbert Kaempfer; dieser hatte eine Vielzahl japanischer Pflanzen zu Dokumentationszwecken graphisch festgehalten. Dabei beruht die von Kaempfer festgehaltene Schreibweise des Ginkgo vermutlich auf einem Schreibfehler, der sich in die Transkription aus dem Chinesischen eingeschlichen hatte; trotzdem hat sich diese Schreibweise des Ginkgo aber bis heute (auch international) durchgesetzt. Der Wortanhang 'biloba' im Wort Ginkgo biloba wurde ebenfalls von Kaempfer gewählt; dieser Anhang deutet auf die charakteristische Form des Ginkgoblattes hin: dessen Zweilappigkeit.
Eine synonyme Bezeichnung für den Ginkgo biloba ist die des Salisburia biloba (zu Ehren des britischen Botanikers Richard A. Salisbury); diese Bezeichnung setzte sich im Sprachgebrauch allerdings weniger durch.
Im Laufe der Zeit gesellten sich zu den botanischen Bezeichnungen des Ginkgo biloba auch eine Vielzahl alltagssprachlicher, deutscher Namen; so beispielsweise Elefantenohrbaum, Entenfußbaum oder Fächerblattbaum (alle diese Benennungen nehmen Bezug auf die charakteristische Blattausprägung des Ginkgo). Bezeichnungen wie Weißnuss oder Nussaprikose gehen auf die Optik der Früchte des Ginkgo zurück und der Name 'Chinesischer Tempelbaum' nimmt Bezug auf die Tatsache, dass der Ginkgo in China häufig in buddhistischen Tempeln zu finden ist. Mehr zu Thema Ginkgo erfahren Sie unter gingium.de.
Bedeutung in der modernen Medizin:
Neben seiner Eigenschaft als beliebter Zier- und Straßenbaum erfreut sich der Ginkgo auch in der modernen Medizin wachsender Beliebtheit. Zum Einsatz kommen hier vor allem Extrakte, die aus den Blättern des Ginkgobaumes gewonnen werden. Die Spezialextrakte aus Ginkgoblättern sind in ihrer Zusammensetzung klar definiert (im Europäischen Arzneibuch).
Unter anderem werden entsprechende Extrakte in der Therapie von Demenzerkrankungen angewendet und zählen laut Klassifikationen der WHO (Weltgesundheitsorganisation) zu den sogenannten Antidementiva; Symptome, gegen die unter anderem Ginkgoextrakte angewendet werden, sind Konzentrations- und Gedächtnisstörungen sowie Leistungsstörungen, die hirnorganisch bedingt sind. Weitere Symptome sind Schwindel und Durchblutungsstörungen sowie Tinnitus.
Erzielt werden sollen durch Ginkgoextrakte (und ähnlich wirkende Arzneimittel) in der Bekämpfung von Demenzen beispielsweise steigende Leistungsfähigkeiten (im Rahmen der krankheitsbedingten Möglichkeiten) oder eine Besserung der Fähigkeit, den Alltag zu meistern.
Artikel Ginkgo - Faszination und Herkunft am 2012-01-30 11:55:45 aufgenommen!