Die Oranienburger Straße: Alternative Bummelmeile in Berlin-Mitte
Die Oranienburger Straße in Berlin zieht sich von der Friedrichstraße bis zum Hackeschen Markt und hat sich seit den 1990er Jahren zu einem Besuchermagnet der besonderen Art entwickelt. Man kann sie als alternativen Bummelboulevard bezeichnen. Zahllose Bars und Kneipen buhlen um Gäste, die sich, vor allem nach Einbruch der Dunkelheit, in großen Scharen auf dem Trottoir drängeln. Aber nicht nur Gastronomen sind des Nachts auf der Jagd nach zahlungskräftigen Kunden, sondern auch langbeinige Prostituierte, die sich fast zu einer Attraktion auf der Oranienburger Straße entwickelt haben.
Einige alteingesessene Bewohner Berlins machen einen großen Bogen um diese sehr lebendige und laute Straße. Eine starke Anziehungskraft übte jahrelang der morbide Charme der Straße aus, die von den Beschädigungen des Zweiten Weltkriegs schwer gezeichnet war diese eigenartige, einmalige Mischung aus Verfall und Untergang, gepaart mit Leben und Kreativität, repräsentiert bis heute das Kunsthaus Tacheles: die Ruine, der zwischen 1907-1909 nach Entwürfen des Architekten Berlin und kaiserlichen Baurats Franz Ahrens erbauten Friedrichstadtpassagen steht, heute unter Denkmalschutz.
Ein prachtvolles Zeugnis jüdischer Kultur in Berlin ist die Neue Synagoge, deren vergoldete Kuppel auch in weiter Ferne leuchtet und gut erkennbar ist. Die Synagoge wurde als Hauptsynagoge der Jüdischen Gemeinde in Berlin unter der Leitung des Architekten Eduard Knoblauch im exotischen, maurischen Stil gebaut. Knoblauch ließ sich von der Alhambra im spanischen Granada inspirieren. 1866 wurde die Synagoge anlässlich des jüdischen Neujahrsfestes eingeweiht.
Das Postfuhramt nebenan wurde von 1875 -1881 nach Entwürfen des Architekten Carl Schwatlo erbaut. An der Konzeption des großen, aufwendig gestalteten Baus hatte sich auch der Generalpostmeister Heinrich von Stephan beteiligt. In den Räumlichkeiten des Postfuhramts befindet sich bis heute das CO-Berlin – International Forum for Visual Dialogues, das viele Ausstellungen bedeutender Fotokünstler wie Peter Lindbergh und Annie Leibovitz organisiert hat und Fans der Fotografie - nicht nur aus Berlin - anzieht. Der Monbijoupark an der Oranienburger Straße ist eine kleine, grüne Oase, die im Sommer ein beliebter Treffpunkt ist und zur Entspannung einlädt.
Artikel Die Oranienburger Straße: Alternative Bummelmeile in Berlin-Mitte am 2012-01-27 08:28:08 aufgenommen!